Die folgenden 20 Plakate gelten als ein Jahresrückblick auf das Jahr 2015. Den Gestaltern wurde die Aufgabe gestellt, Plakate zu entwerfen, die ihre Perspektive auf das Jahr darstellen. Hierbei war es freigestellt, ob es sich um die persönliche oder eine gesellschaftliche Sicht handelt. Die Plakate wurden auf den Papieren Bio Top 3 250g/m und Caribic 170g/m im Siebdruckverfahren hergestellt. Die Auflage jedes Plakats ist auf 150 Stück limitiert.

Wenn ihr Interesse an den Plakaten habt, schreibt uns eine Email: info@fuenfzehn.org.

 
Andreas Uebele

Alles ist Eins, das Persönliche und das Allgemeine. Erinnerungen verdichten sich zu Gedankenfetzen, was war, was hätte sein können oder was im neuen Jahr sein soll. Was nehmen wir vom Alten mit in das Kommende? Was vergessen und welche Erinnerung bewahren wir? Jeder nimmt sich etwas heraus und legt es für sich aus und zurecht. Die Frage, wie das Jahr war, kann umgedeutet werden zu: Wie soll das neue Jahr werden? Das biografische Rätsel verschwimmt zu einer unscharfen Lautmalerei: Wir haben es in der Hand, das Richtige in das Jahr hineinzulesen.

Projektleitung: Raoul Gottschling
Begriffe für das Plakat von Nayme Kaplica

 
Eps51

Die Millenniums-Entwicklungsziele sind acht Entwicklungsziele, die im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Vereinten Nationen, der Weltbank, des IWF und dem Entwicklungsausschuss Development Assistance Committee der OECD formuliert worden sind und bis 2015 umgesetzt werden hätten sollen. Herzlichen Glückwunsch. CHECK!

 
Erik Spiekermann

2015 stand im Zeichen der großen Migrationsbewegung von Süden nach Norden. Auf Landkarten unterscheiden sich Land und Wasser durch die Darstellung, wobei negativ oder positiv, schwarz oder weiß keine Wertung ist, sondern nur der Lesbarkeit dient. Wie man Landkarten so oder so lesen kann, darf Schwarz oder Weiß auch bei Menschen nicht länger darüber entscheiden, wer ohne Angst und Hunger leben darf.
Das Mittelmeer hat seinen Namen zu recht: es verbindet Europa mit Afrika.

 
Fons Hickmann

PolitikerInnen gebärden sich feindlich gegenüber anderen Völkern um Wahlen zu gewinnen und schwingen sich zu Kriegsherren und Kriegsfrauen auf um das Abendland zu retten. »Wir haben euch gewählt damit ihr Politik macht, nicht damit ihr Krieg führt.« Aus dem Teufelskreis Gewalt, Terror, Krieg, Krieg, Terror, Gewalt kommen wir auch im 21. Jahrhundert nicht heraus. Die Geschichte lehrt uns, macht uns aber nicht klüger. Wir laufen in Kreisen und wieder zieht es uns in den Krieg und wieder sind wir aus Erfahrung dumm.

 
Götz Gramlich

ÜBERTERROR
Wenn jede beruhigende Stimme fehlt. Terror, über Terror, Überterror. Über welchen Terror reden wir eigentlich? Und welcher ist schlimmer, der physische oder der psychische, der fremde oder der selbstgemachte? Eine Endlosspirale, ein Vertigo, ein Schwindel der schwindelig macht. Dem schwindelfreien Betrachter wird hoffentlich noch auffallen, dass alle verwendeten Schriften der großen und lauten deutschen Zeitung entspringen.

 
Ina Bunge

Jetzt. März. Hier. Da. Mai. Januar. Oben. August. Unten. April. September. Links. Rechts. Jetzt.

 
Lars Harmsen &
Markus Lange

Bier+scheiss Google+Weltpolitik =
Religion für Designer. 
Dank an Frank Höhne und Jiri Oplatek sowie Angie und Putin für die Steilvorlage. Prost!

 
Louisa Georg &
Sadrick Schmidt

Denn am Ende sind es Gefühle, die bleiben.

 
Matthias Hohmann

Wir sind immer noch alle gleich. Alte und neue Grenzen können das nicht ändern. Schön wenn man das erkennt.

 
Nayme Kaplica

Es wird gesagt, dass es manchmal Jahre braucht um einen Teppich fertig zu knüpfen. Darin sei mitunter ein halbes Leben eingearbeitet mit Ereignissen, Sagen und Erzählungen. Dieser wurde in wenigen Tagen fertig gestellt und steht sinnbildlich für ein ganzes Jahr. Gedanken, Gefühle, Momente, Begegnungen, Erfahrungen die uns über das Jahr hinweg begleitet haben sind schlussendlich eingewoben zu einem großen Ganzen, so dass sie als eine große Erinnerung an ein Lebensjahr in einem Teppich aus Ornamenten zusammengehalten werden, um sie für eine Ewigkeit sichtbar zu machen. Begriffe für
das Plakat von Andreas Uebele.

 
NEU

Bei unseren Plakaten geht es um Grenzen und Identität. Es sind nicht nur Landesgrenzen, die Menschen auf der Flucht überwinden müssen.
Es geht uns neben den Grenzen in den Köpfen der Menschen, vor allem aber auch um natürliche Grenzen in den Ländern, in welchen Zuflucht gesucht wird. Wie die tödliche Barriere des Meeres und auch abstrakt die Grenze des Menschenmöglichen. Was passiert, wenn ein Mensch seine Heimat und einen Teil seiner Identität zurücklässt um ausschließlich mit Hoffnung im Gepäck ins Unbekannte aufzubrechen?

 
 
OFF

15 ist Geschichte.
Die Welt braucht Mut und Liebe.
In einem Manga haben wir unseren Appell für die Zukunft gefunden. 

 
Steffen Knöll

Deutschland kippt nach rechts. Der Adler fällt, stolpert über die eigene Ignoranz, die Vergangenheit verdrängend. Der positive Jahresrückblick entfällt dank Pediga, Legida, und allen, die von der kleinbürgerlichen Angst vor dem Unbekannten geplagt werden. Das Fragezeichen am Ende der Aussage in der Hoffnung, dass der Gestalter sich irrt.

 
Stephanie Passul

Neuigkeiten

33 Wort- und Satzfragmente entnommen aus zwölf Nachrichtenartikeln zum Ausmaß der Flüchtlingskrise in Deutschland.

 
Tino Graß

»…order a new world… a new world order…
wie man es auch sieht… dreht, versteht…
it is in everybody’s hands!«

 
Via Grafik

»Enough is enough is…« resultiert aus den Anschlägen von Paris im Frühjahr und Herbst des Jahres 2015. Die Idee eines Gottes erscheint in der heutigen Zeit als vollkommen überholt, umso grausamer empfindet man das sinnlose Töten im Namen dieser imaginären Idee. Wer glaubt heutzutage noch z.B. an Zeus und genauso werden sich Menschen in den kommenden Jahrhunderten wundern, warum Menschen an einen Jesus Christus, Allah oder sonstiges abstruses Konzept geglaubt haben und tausende von Menschen für diese Idee ihr Leben lassen mussten. Doch leider scheint sich die ewige Wiederkehr des Gleichen in die DNA der Menschen eingepflanzt zu haben und so wird man auch noch lange »Enough is Enough« sagen.
Gefangen in der Zeit, erfüllt von unzeitgemässen Gedanken, bleibt einem wohl nur der kurze, freudige Tanz auf dem Vulkan.
André Nossek

 

Bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde ein entscheidender Wendepunkt markiert. Neben dem verabschiedeten Klimavertrag wurde vor allem auch verstärkt ein neues Bewusstsein für das Thema geschaffen. Die wesentliche Botschaft war dabei: Der Klimawandel ist Realität, die Erderwärmung muss begrenzt werden. Es geht darum das Bewusstsein dafür aufrecht zu erhalten und daran in der Zukunft zu erinnern, damit das Thema nicht wieder aus dem Interesse der Allgemeinheit verschwindet. 
Die Headline des Plakates stammt aus einem Song des Rap-Duos Mobb Deep und bezieht sich ursprünglich auf einen ganz anderen Sachverhalt. Die Dringlichkeit und der Druck, die in der ursprünglichen Botschaft stecken, bleiben bestehen. Durch eine einfache grafische Idee wird das Zitat jedoch in einen neuen Kontext gebracht.
Lars Herzig

 

Im Bauch des Wolfes
2015 war ein dramatisches Jahr. Nicht, dass ich denke, die Jahre zuvor hätten nicht ebenso Hoch- und Tiefpunkte in sich getragen, die trotz unserer Position im wohlgenährten Bauch des Westens eine persönliche Zerreissprobe bedeuten – zwischen dem Verarbeiten kaum zu ertragender Ereignisse und Bilder und dem Anspruch, die innere Balance zu halten und Freude zu suchen. Die sich im Jahr 2015 zuspitzenden Zustände führen zurück auf Ereignisse und Handlungen, die Jahrzehnte und Jahrhunderte zurückliegen. Damals, als der Wolf zu fressen begann.
Leo Volland

 
Yanik Hauschild

ich, du, er, sie, es … (wann)

Ein Plakat zum Jahr 2015. Die Jahreszahl führt ein undankbares Dasein. Sie wird der anderen Dinge wegen gebraucht – Dauer, Zeitpunkt, Alter. Mathematisch, zyklisch, nüchtern ordnend umschließt die Zeitrechnung als Wann das Was. Unnachsichtig beschrieben: ohne Ereignis kein Zeitpunkt. Sicher wäre das vergangene Jahr auch ohne ein Geschehnis passiert, aber lohnt es sich dann daran zu erinnern? So zeigt das Plakat kein Jahr, sondern die Ursache für einen festzuhaltenden Moment – wie in jedem Jahr –, die Begegnung.

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